Newsletter 08/2026
Trigger verstehen: Alte Signale, neue Wege
In den letzten Monaten haben wir betrachtet, wie Trauma sich im Nervensystem zeigt, wie du dich selbst wiederfindest, wie der Körper Heilung anstößt, wie Grenzen zurückkehren und wie Wut als Lebenskraft auftaucht. Nun widmen wir uns einem Thema, das viele Menschen verunsichert – und gleichzeitig ein entscheidender Schlüssel zur Heilung ist: Trigger.
Vielleicht kennst du Situationen wie diese:
- Eine Kleinigkeit löst plötzlich starke Gefühle oder Körperreaktionen aus.
- Du fühlst dich überflutet, obwohl „objektiv“ nichts Bedrohliches passiert.
- Ein Blick, ein Tonfall oder eine Atmosphäre bringen dich aus dem Gleichgewicht.
Solche Reaktionen wirken oft rätselhaft. Doch im Kern sind Trigger nichts anderes als Signale aus alten Lebenserfahrungen, die im Körper gespeichert sind – manchmal sehr alte Erfahrungen.
Warum Trigger nichts mit Schwäche zu tun haben
Trigger entstehen, wenn das Nervensystem einen aktuellen Reiz mit einer früheren Überforderung verbindet. Sie haben nichts mit mangelnder Stärke oder fehlender Kontrolle zu tun. Sie zeigen vielmehr an: „Hier liegt etwas, das einmal zu groß war.“
Oft stammen Trigger aus Situationen, die weit zurückliegen – aus der frühen Kindheit oder sogar aus der Zeit rund um die Geburt.
Newsletter 07/2026
Die Kraft der Wut: Lebendigkeit zurückgewinnen
In den letzten Monaten haben wir gemeinsam betrachtet, wie sich Trauma im Nervensystem zeigt, wie du dich langsam wiederfindest, wie der Körper Heilung einlädt und wie Grenzen als
innere Orientierung zurückkehren. Nach der Arbeit mit dem Thema Scham öffnet sich nun oft ein weiterer Schritt: Wut – nicht als Aggression, sondern als Lebenskraft, die lange unterdrückt werden musste.
Viele Menschen haben keinen guten Zugang zu ihrer Wut.
Vielleicht kennst du das auch:
- Du spürst kaum Impulse, dich zu schützen oder abzugrenzen.
- Du wirst erst sehr spät wütend – oder gar nicht.
- Deine Wut richtet sich eher gegen dich selbst als nach außen.
Diese Schwierigkeiten hängen selten mit Persönlichkeit zusammen. Sie haben meist viel ältere Wurzeln.
Warum frühe Erfahrungen die Wut beeinflussen
Wut ist ein natürlicher Ausdruck von Lebendigkeit und Selbstschutz. Doch wenn ein Mensch sehr früh – manchmal schon rund um die Geburt – überwältigende oder beängstigende Erfahrungen macht, kann das Nervensystem lernen, diesen Impuls zu dämpfen, um zu überleben. Zu solchen frühen Prägungen gehören zum Beispiel: - medizinische Eingriffe oder Komplikationen rund um die Geburt - Trennung nach der Geburt oder das Gefühl, nicht gehalten zu sein - ein sehr angespanntes oder überfordertes Umfeld Solche Erlebnisse können im Körper tiefe Muster hinterlassen, die später wie "Wutlosigkeit",Überanpassung, innere Erstarrung oder Angst vor Konflikten erscheinen. Das Nervensystem entscheidet nicht rational – es schützt.
Newsletter 09/2025
Über die Macht der positiver Formulierungen im Selbstgespräch
Formulierungen sind ein mächtiges Werkzeug, das unsere Realität formen kann. In unserem Alltag verwenden wir oft automatische Formulierungen, ohne uns der negativen Auswirkungen bewusst zu sein, die sie auf unser Leben haben können. Diese sind:
"Ich hoffe"
"Ich brauche"
"Ich kann nicht"
"Ich muss"
Wie man die transformative Kraft der Kommunikation verstehen und nutzen kann
1. Ich hoffe
Oft verwenden wir diesen Ausdruck, ohne zu bemerken, dass dies negative Energie mit sich bringt, denn es bedeutet, dass wir glauben, etwas nicht erreichen zu können, dass wir auf ein Wunder warten oder auf Zufälle hoffen.
Newsletter 06/2026
Scham nach Trauma: Der stille Schatten der Vergangenheit
In den letzten Monaten haben wir betrachtet, wie Trauma Heilungswege prägt – über das Nervensystem, das innere Erleben, den Körper und die Fähigkeit, Grenzen zu spüren. Mit diesem Verständnis öffnet sich nun ein besonders sensibles Thema: Scham. Sie begleitet viele Menschen nach Trauma, oft unsichtbar, oft kaum benennbar – und doch wirksam in beinahe jedem Lebensbereich.
Vielleicht kennst du Momente wie diese:
• Du fühlst dich „falsch“, obwohl du rational weißt, dass du nichts falsch gemacht hast.
• Du vermeidest Situationen, Gespräche oder Nähe, weil sich etwas in dir „nicht gut genug“ anfühlt.
• Oder du reagierst stark auf Kritik, selbst wenn sie freundlich gemeint ist.
Diese Empfindungen haben selten mit dem Heute zu tun. Oft zeigen sie die leisen Spuren von Kindheitstraumata, die damals nicht verstanden werden konnten – und die sich später als Scham, Selbstzweifel oder innere Rückzüge zeigen.
Newsletter 05/2026
Trauma und Grenzen: Die Rückkehr zur Selbstachtung
In den vergangenen Monaten haben wir Schritt für Schritt betrachtet, wie Heilung aus Trauma beginnt: über das Verstehen deines Nervensystems, über den vorsichtigen Kontakt zu deinem inneren Erleben und über den Körper als erstes Tor der Entlastung. Jetzt kommen wir zu einem Thema, das viele Menschen beschäftigt – und gleichzeitig oft am schwierigsten ist: Grenzen.
Vielleicht kennst du Situationen wie diese:
• Du sagst Ja, obwohl in dir ein klares Nein spürbar ist.
• Du fühlst dich schnell überfordert, weißt aber nicht genau, an welchem Punkt es „zu viel“ wird.
• Oder du spürst deine Grenze erst, wenn sie längst überschritten wurde.
Wenn dir das vertraut vorkommt, bist du damit nicht allein. Grenzen sind kein Charakterproblem. Grenzen sind ein Nervensystem-Thema – und ein Trauma-Thema.
Warum Grenzen nach Trauma so schwer spürbar sind
Trauma – besonders wiederholtes oder frühes Trauma – zwingt das Nervensystem oft in Überlebensreaktionen, die Grenzen verwischen:
